Daten & Fakten

Wie wirkt VITOS bei Migräne - Überblick

Die Behandlung von Migräne mit VITOS® orientiert sich im Wesentlichen an der Beeinflussung des vegetativen Nervensystems und dessen zwei Bestandteilen: Sympathikus und Parasympathikus. Zu Grunde liegt die Erkenntnis, dass Schmerzsymtome, insbesondere Migräne, vermehrt dann auftreten, wenn die beiden Gegenspieler dieses Systems, zum Beispiel durch äußere Einflüsse oder außergewöhnliche Belastungen, aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Im Fokus der Migränetherapie mit VITOS® steht die Aktivierung des parasympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems. Dieser Teil des Nervensystems ist immer dann aktiv, wenn wir uns erholen oder ausruhen – er ist zuständig für Zellregeneration und Stoffwechselprozesse. Die Stimulation des Parasympathikus setzt so die nötigen Regenerationsprozesse entzündlicher Areale in Gang und wirkt als Erholungsbeschleuniger. Die Neurostimulation mit VITOS® wird sowohl als Migräneprophylaxe als auch im akuten Anfall angewandt.

Während Medikamente oral eingenommen werden und dadurch Ihre Wirkung systematisch entfalten, werden diese häufig auch von zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen begleitet. Die Therapie mit VITOS® wiederum hat den Vorteil, dass Sie ganz gezielt das parasympathische System über die Stimulation des Vagusnervs am Ohr direkt aktiviert und nur sehr geringe Nebenwirkungen aufweist.

Detaillierte Beschreibung

Neben dem willkürlichen motorischen Nervensystem, mit dem wir Bewegungen steuern und dem sensiblen Nervensystem, mit dem wir unsere Umgebung wahrnehmen (Berührung, Sehen, Hören usw.) spielt das unwillkürliche vegetative Nervensystem (auch autonomes Nervensystem genannt) eine große Rolle. Über das vegetative Nervensystem werden unwillkürliche Vorgänge wie Atmung, Kreislaufregulation, Schwitzen und Darmtätigkeit gesteuert. Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei großen Anteilen, dem aktivierenden sympathischen und dem beruhigenden parasympathischen Anteil. Wenn wir unter Anspannung geraten und körperlich aktiv werden (beispielsweise bei einer Fluchtreaktion), werden Puls und Atmung schneller, die Pupillen weiten sich, der Blutdruck steigt und ebenso wie die Durchblutung der Muskulatur. Gleichzeitig wird die in dieser Situatuion nicht lebensnotwendige Darmdurchblutung etwas gedrosselt. Diese Reaktionen werden über eine Aktivierung des Sympathikus gesteuert.

Bei der Aktivierung des Parasympathikus hingegen nimmt die Durchblutung innerer Organe zu, Puls und Atmung werden langsamer, der Körper schaltet auf Ruhe und Erholung um. Der Parasympathikus zieht im gesamten Körper in Form des Vagusnervs (“der herumschweifende Nerv”) zu den Organen und hat im Gehirn Verbindungen zu vielen Regionen, die er durch die Ausschüttung von Botenstoffen (“Neurotransmitter”) erreicht. Die Wirkung beider Anteile des vegetativen Nervensystems wird nach den jeweiligen Erfordernissen ständig neu ausbalanciert.

Vegetative Reaktionen stehen auch mit der Schmerzwahrnehmung, -verarbeitung und -abwehr in enger Verbindung. Zwischen dem vegetativen Nervensystem und dem Schmerznetzwerk im Gehirn gibt es anatomische und funktionelle Verbindungen. Schmerz kann für den Körper eine Alarmfunktion darstellen. Diese Alarmfunktion führt dann zur sympathischen Aktivierung. Bei akuten und chronischen Schmerzen können sich Hautdurchblutungen, Blutdruck und viele andere vegetative Funktionen verändern, meist liegt eine deutliche Aktivierung des sympathischen Nervensystems vor. Begleitsympthome mancher Kopfschmerzerkrankungen, wie beispielsweise Augentränen und Nasenlaufen, werden hingegen durch eine parasympathische Aktivierung erklärt. Das Zusammenspiel beider Anteile des vegetativen Nervensystems basiert auf einer komplexen Wechselwirkung mit vielen gegenseitigen Rückkoppelungsmechanismen und ist keine einfache Ursache-Wirkungskette.

Auf Grund dieser Zusammmenhänge liegt es sehr nahe, Schmerzen durch die Beeinflussung des vegetativen Nervensystems zu behandeln. Zunächst wurde zufällig beobachtet, dass sich Kopfschmerzerkrankungen verbesserten, wenn der Vagusnerv – der “beruhigende” Anteil des vegetativen Nervensystems – durch einen implantierten Neurostimulator stimuliert wurde. Implantierte Neurostimulatoren werden zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Schmerzen, Epilepsie und Depressionen eingesetzt, wenn Medikamente wenig Wirkung zeigen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen verursachen. Durch die Stimulation des Vagusnervens mit VITOS ®gelangen die Impulse zuerst in den Nucleus Tractus Solitarii (NTS), die Eintrittspforte in das Gehirn. Von dort aus werden die Impulse an höhergelegene Zentren des Gehirns weitergeleitet, wie zum Beispiel an den Thalamus. Dieser stellt ein Tor zum Bewusstsein dar und leitet Schmerzsignale an die Hirnrinde, in der wir sie konkret wahrnehmen und lokalisiseren können, weiter. 

Durch die Aktivierung und Stimulation des parasympathischen Nervensystems kann es zu einer Reduktion der Erregung des Gehirns kommen und damit zu einer Normalisierung der Transmitterausschüttung, die bei Patienten mit Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, verändert sind. 

Experimentell konnte gezeigt werden, dass durch die Stimulation des Vagusnervs tatsächlich die Ausschüttung von Bodenstoffen wie Glutamat im Gehirn reduziert wird. Dies ist maßgeblich entscheidend für die Schmerzwahrnehmung bei Migräne und Schmerzempfindlichkeit durch äußere Reize. 

Bei vielen Migräne-Patienten findet man eine veränderte Konzentration von Neurotransmittern, wie zum Beispiel Glutamat. Eine erhöhte Glutamat-Ausschüttung löst dabei Migräne und Kopfschmerzen aus. Die Ursache der Veränderung der Glutamat-Konzentration kann darin liegen, dass der Vagusnerv zu wenige Signale mit Darm und Gehirn austauscht. Der Ansatz der Therapie ist daher, den Vagusnerv mit sanften Stromimpulsen von außen zu reizen, um diese Glutamat-Ausschüttung zu vermindern. Über diesen Mechanismus soll sich die Glutamat-Konzentration normalisieren und somit die Häufigkeit von Migräneattacken und Kopfschmerzen reduzieren.

Mit speziellen bildgebenden Verfahren (beispielsweise funktionelles MRT) kann man nachverfolgen, welche Areale im Gehirn konkret durch die Stimulation aktiviert werden. Welche weiteren Mechanismen wichtig sind, ist noch nicht ausreichend erforscht. 
Bevor diese Verfahren beim Menschen zur Schmerzbehandlung routinemäßig eingesetzt wurden, erfolgte eine sorgfältige Prüfung, dass durch die verwendete Intensität und Frequenz des Stromes keine zusätzlichen Schmerzen an der Stimulationsstelle entstehen und keine ungünstigen Effekte auf Atmung, Kreislauf und Funktion der inneren Organe auftreten. Wichtig ist dabei unter der Schmerzschwelle zu stimulieren, da ein erzeugter Schmerz einen Abwehrmechanismus auslöst, der die Weiterleitung der Impulse hemmt und so die Wirksamkeit reduzieren kann.

Dein Nutzen

Mehr Lebensqualität, durch deutliche Reduktion der Migränetage
  • Mehr Tage ohne Migräne
  • Mehr Selbstbestimmung und Planbarkeit
  • Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
WENIGER NEBENWIRKUNGEN
  • Vermeidung von bspw. Organschäden oder auch schmerzmittelinduzierte Kopfschmerzen
KOMBINIERBAR MIT ANDEREN THERAPIEN
  • Bisherige Therapien können beibehalten werden
  • Erprobte Medikamente können nach wie vor eingenommen werden